Stadtreise nach Tschechien

Tschechien liegt im Westen Europas und ist noch recht hartnäckig mit dem Attribut „Ostblock“ verbunden, allerdings gehört für Tschechien dieser Teil der Geschichte längst der Vergangenheit an. Dieser Binnenstaat zeigt mit seinem Randgebirge eine klare Gliederung, die aus mehreren Beckenlandschaften bestehen, und von Gebirgen umgeben und unterteilt ist.

Wie hingestreut bietet die Landschaft Burgen, Herrensitze und Schlösser, die nirgends in Europa so zahlreich sind in Mähren und Böhmen. Mit Wucht trifft das Mittelalterliche auf barocke Pracht. Die Städte mit ihrem Kopfsteinpflaster, Arkadengängen und farbenfrohen Fassaden sind längst renoviert und der alte „neue“ Glanz zeigt sich wieder. Tschechien bietet Freunden der Kultur genauso viel wie Flaneuren, Sportlern und Hungrige nach Abenteuer, und alle werden sich dem Bann dieses Land kaum entziehen können.

Interessant sind thematische Museen, dazu gehört das „Glasmuseum“ in Nový Bor und Kamenický, das Museum „böhmische Granate“, das Spielzeugmuseum“, das „Militärmuseum“in Prag auf dem Hradschin und viele andere. Besitzt ein Museum einen regionalen Charakter, dann wird alles Wissenswerte über eine bestimmte Stadt, Landschaft oder Geschichte gezeigt. Ist es thematisch spezialisiert, werden umfangreiche Sammlungen aus dem Land präsentiert, wie in Prag das „Nationalmuseum“ vorzuweisen hat.

Das goldene Prag

Prag, die Hauptstadt von Tschechien ist bereits über 1000 Jahre alt und kann eine Fülle historischer Gebäude aus verschiedensten architektonischen Stilrichtungen vorweisen. Die „Goldene Stadt“ kann sich mit prachtvollen barocken und gotischen Bauwerken rühmen, selbst mit der neueren Architektur hält Prag einen Vergleich anderer Städte durchaus stand. Das zeigt sich beispielsweise an eine Vielzahl von funktionalistischen Wohnhäusern und Villen.

Leider ist kaum bekannt, dass in der historischen Altstadt einige einzigartige Beispiele der kubistischen Architektur zu finden sind. Hier ergibt sich ein perfektes Zusammenspiel zwischen wildromantischer Natur, malerische Dörfchen und schlitzohrigen Schwejk-Figuren. Wirklichkeit und Literatur gehen einfach ineinander über. Bei einer Stadtreise nach Prag könnte dieses Unbekannte ein schönes Ziel sein.

Besondere Prager Hightlights

Ein Bauwerk in Prag ist fast so berühmt wie die Biene Maja: Die „Karlsbrücke“, das Wahrzeichen der Stadt. Ein weiteres Highlight ist das „Tanzende Haus“, das 1996 gebaute Bürogebäude erinnert bereits beim ersten Hinsehen an eine Tänzerin im Faltenkleid, die Prager nennen es manchmal liebevoll „Ginger und Fred“. Ein Strand in Prag? Ja, den gibt es. Versteckt und ruhig. In der Mitte der Karlsbrücke führt eine Treppe auf die kleine Insel Strelecky hinunter, da kann an der Spitze der Insel tatsächlich ein breiter Sandstreifen erblickt werden. Eine kleine Insel mitten in einer Metropole.

Am Ufer gegenüber erhebt sich der Hügel „Petrin“. Auf dem Gipfel ist seit 1891 eine Miniaturausgabe des Eiffelturms zu sehen. Viele Reisende lassen sich mit der Zahnradbahn auf den Gipfel bringen, jedoch kann dieser ebenfalls zu Fuß erreicht werden. Dabei ist noch das Denkmal des Poeten „Karel Hynek Mácha“ auf dem Weg dorthin zu betrachten. Wird sich vor dem Denkmal geküsst, soll das Glück bringen. Das ist doch ein Fußmarsch wert.