
Ein Besuch der Bundeshauptstadt Berlin ist interessant, informativ, erlebnisreich, jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch ziemlich anstrengend. Denn die Stadt erstreckt sich nämlich tatsächlich über knapp 900 km². Berlin lediglich während eines Wochenendtrips kennenlernen und erleben zu wollen, würde ihrer Bedeutung auch nicht gerecht werden.
Die wechselvolle Geschichte Berlins führt den Besucher von der mittelalterlichen Handelsstadt 1360, über die kurfürstliche Residenzstadt 1411, der königlichen Hauptstadt 1701, der kaiserlichen Reichshauptstadt 1871, der Weltstadt in der Weimarer Republik 1918, Hauptstadt des Nationalsozialismus 1933, der geteilten Stadt 1961, bis in das neue Berlin nach dem Fall der Mauer 1989. Keine andere Großstadt hat in ihrer Geschichte so viele Veränderungen durchlebt, wie diese Metropole. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten der verschiedenen Epochen dieser Stadt laden ein zu einem Gang durch die Geschichte. Jedoch ohne umfassende Literatur über die Pfaueninsel, das Schloss Charlottenburg, die Muesumsinsel, den Reichstag, den Berliner Dom. die Siegessäule, den Potsdamer Platz, den Zoologischen Garten, das Holocaust-Mahnmal, den Checkpoint Charlie oder dem Funkturm kann man die umfangreiche Geschichte der einzelnen Orte kaum erfassen.
Nach einem solchen Mammutprogramm – kaum an einem Tag zu schaffen – lädt die reizvolle Umgebung Berlins am darauffolgenden Tag zur Erholung ein. Berlin ist eine grüne Stadt. Im Stadtinneren sind fast alle Straßen mit Bäumen gesäumt, aber auch die ausgedehnten Wälder in den Randgebieten der Stadt laden zur Freizeitgestaltung und Erholung ein. Der Grundewald, die Wälder an der Havel – sie ist besonders für Boots- und Schiffsauflüge geeignet -, Glienicke und die Pfaueninsel, Britzer Garten oder der Erholungspark Marzahn prägen das grüne Aussehen Berlins. Besonders sehenswert für jeden Berlin-Tourist sind die neuangelegten Anlagen bzw. Parks, die auf dem ehemaligen Todesstreifen entstanden sind. Es lohnt sich, diese mit einer Fahrradtour zu erkunden. Solche Ausflüge sind nicht nur bei den Touristen beliebt, an schönen Tagen zieht es selbstverständlich auch die Berliner hinaus und ein Stimmengewirr des “Berliner Dialekts” umhüllt den Berlinbesucher. Nun ja, man kann eben das “Berliner Großmaul” nicht so schnell zum Schweigen bringen, doch es hat auch etwas belustigendes und fröhliches an sich. Ein guter Rat sei hier jedoch gesagt, es lohnt sich kaum, sich mit den “Einheimischen” über Weltanschauung oder Religion zu streiten. Zum größten Teil gewinnt der Berliner mit seiner “großen Klappe”.
Zurück im Quartier – Hotel oder Pension – kann man sich bei einem Täschen “Heeßen” erholen, um sich dann für den Abend fit zu machen. Berlin bietet an Kultur so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Ob Klassik wie Theater und Orchester, ob Disco oder Rock-Konzert. Hier sind nur einige der Highlights genannt, die in diesem Jahr in Berlin zu hören oder auch zu sehen sind. Das Theaterfestival im Haus der Berliner Festspiele im Mai, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin in der Philharmonie, Die SKORPIONS – Ready to Rock? am 26. Mai live, aber auch die Frida Kahlo – Retrospektive im Martin-Gropius-Bau sowie die Ausstellung am Potsdamer Platz Salvadore Dalí. Für das leibliche Wohl ist in der Stadt immer gesorgt, bis spät in die Nacht. Spezialitäten-Restaurants, aber auch die vielgerühmte Berliner Currywurst. Die beste bekommt man jedoch in Berlin-Steglitz am Steglitzer Damm. Man muss leider nur etwas Zeit mitbringen, da sich vor der Currywurst-Bude nicht selten lange Schlangen bilden.
Zum Schluss sei noch gesagt, “Berlin ist eine Reise wert”, egal ob nur für ein Wochenende oder für mehrere Tage und am besten mit einen Mietwagen Berlin.